Über die Glienicker Gruppe

Wir sind elf deutsche Ökonomen, Juristen und Politologen mit der gemeinsamen Einsicht, dass die Krisenpolitik in Europa auf ihrem bisherigen Kurs die strukturellen Probleme nicht lösen kann. Ende August 2013 haben wir uns in Glienicke am südwestlichen Stadtrand Berlins zwei Tage in Klausur begeben, um einen Denkanstoß zu formulieren, wie eine neue und krisenfeste Architektur der Euro-Zone unseres Erachtens aussehen sollte.

Das Ergebnis unserer Überlegungen, der Aufruf „Aufbruch in die Euro-Union„, ist in gekürzter Form am 17.10.2013 in der ZEIT erschienen.

Die Zusammensetzung nur aus deutschen Mitgliedern ist bewusst gewählt: Wir wollten zunächst als Deutsche in der deutschen Europadiskussion einen Impuls setzen, der den weiterhin bestehenden Herausforderungen in der Eurozone Rechnung trägt. Deutschland, so sind wir überzeugt, hat eine entscheidende Rolle in der Weiterentwicklung der Eurozone zu spielen. Die deutsche Diskussion braucht aber neue Impulse – auch aus dem Inneren. Der Austausch mit anderen Europäerinnen und Europäern ist dabei essentiell. Unsere Veröffentlichungen sind bislang in sechs europäischen Sprachen erschienen, Reaktionen haben wir aus weit mehr Mitgliedstaaten erhalten. Wir wollen Motoren des notwendigen grenzüberschreitenden Austausches sein.

Im Sommer 2014 hat sich als Reaktion auf unseren Impuls in Frankreich die „Groupe Eiffel“ konstituiert (Agnès Bénassy-Quéré, Yves Bertoncini, Jean-Louis Bianco, Laurence Boone, Bertrand Dumont, Sylvie Goulard, André Loesekrug-Pietri, Rostane Mehdi, Etienne Pflimlin, Denis Simonneau, Carole Ulmer, Shahin Vallee), mit der wir in engem Kontakt und Austausch stehen.

Im Mai 2015 haben Mitglieder der Glienicker Gruppe und der Groupe Eiffel einen gemeinsamen Aufruf „Helft Griechenland!“ verfasst, der in der Süddeutschen Zeitung und in Le Monde erschienen ist.

Die Mitglieder der Glienicker Gruppe:

Armin von Bogdandy, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

Christian Calliess, Professor für Öffentliches Recht und Europarecht an der FU Berlin und Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU)

Henrik Enderlein, Professor für Politische Ökonomie an der Hertie School of Governance in Berlin und Direktor des Jacques-Delors-Instituts Berlin.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Professor an der Humboldt-Universität in Berlin

Clemens Fuest, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Professor an der Universität Mannheim

Franz C. Mayer, Professor für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht, Rechtsvergleichung und Rechtspolitik an der Uni Bielefeld

Daniela Schwarzer, Leiterin des Europaprogramms beim German Marshall Funds of the United States in Berlin (seit 2014), zuvor Leiterin der Forschungsgruppe Europäische Integration bei der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)

Maximilian Steinbeis, Journalist und Betreiber der Diskursplattform »Verfassungsblog«

Constanze Stelzenmüller, Direktor, Transatlantic Trends, German Marshall Fund of the United States in Berlin

Jakob von Weizsäcker, Mitglied des Europäischen Parlaments (seit 2014), zuvor Leiter der Grundsatzabteilung im Thüringer Wirtschaftsministerium

Guntram Wolff, Direktor des wirtschaftswissenschaftlichen Think Tanks Bruegel in Brüssel